Pazifik

Wir sind weiter am Pazifik entlang Richtung Norden gereist, vorbei an vielen kleinen Städten mit sehr wenig Touristen. Überall empfingen uns traumhafte Strände mit noch viel unberührter Natur. Jede Bucht war es eigentlich wert, länger zu bleiben. Unsere Zeit wurde aber langsam knapp. Also haben wir in fünf Tagen fast 500 km geschafft und verschlafene Orte gesehen.

In Cobquecura hatten wir das große Glück, eine Kolonie Seewölfe (Seehunde) zu beobachten, die ca. 75 m vor dem Strand lag. Von Januar bis Ende Februar bevölkern ca. 3.000 Tiere den Felsen. Der Ort selbst ist trotz dieses Schauspiels so gut wie unbekannt. Allerdings war das Baden im Umkreis von 50 m sehr gefährlich, da die hier Neugeborenen von den Alten beschützt werden.

Da wir nur wenige Meter vom Strand entfernt gecampt haben, wurden wir morgens dann auch vom höllischen Lärm der Seewölfe geweckt.

Mississippi

Mississippi ist ein kleines Fischerdorf am Pazifik. Unser Haus lag am Meer und war die einzige Cabana im Ort. Das Haus war sehr einfach, die Aussicht dafür aber umso traumhafter. Warmwasser gab es nur manchmal und der Strom war auch mal 12 Stunden lang weg. Internet und Handyempfang sind hier ein Fremdwort. Der Ort ist daher ein Geheimtipp für Aussteiger.

Nach zwei Stunden wussten alle Einwohner, dass wir die ersten Mieter waren. Ein kleiner Minimarkt, mit kaum vorstellbaren geringen Preisen, und der tägliche Fischmarkt sind die Höhepunkte in dem ca. 75 Einwohner großen Dorf. In der einzigen „Gaststätte“ gibt es fünf verschiedene Fischgerichte und zusätzlich Pommes.

Coñaripe

Die Stadt Coñaripe, heute ein Feriengebiet am Ufer des Calafquén-Sees, wurde schon mehrfach von Vulkanausbrüchen zerstört.

Die Menschen nehmen es gelassen hin und bauen sie wieder auf. Auf die Frage, warum sie nicht woanders hingehen, war die einfache Antwort: hier ist unsere Heimat!! Die Stadt lebt wieder.

Mapuche

So langsam entdecken die Mapuche den Tourismus als Einnahmequelle. Die meisten sind sehr nett und hilfsbereit. Einige lassen sich sogar in die Häuser schauen und vermieten sie an Camper. In der Vulkangegend gibt es sogar schon einige Mapuchegaststätten mit leckeren Gerichten, die immer viel Fleisch beinhalten.

Pucón

Weiter ging es ca. 80 km durch die Berge und wir erreichten die Touristenstadt Pucón mit etwa 14.000 Einwohnern. Sie liegt am Südufer des 176 km² großen und bis zu 165 m tiefen Lago Villarica mit Sicht auf den gleichnamigen aktiven Vulkan, der 2.847 m hoch ist.

Pucón ist wunderschön und bietet alles, was man für einen erlebnisreichen Urlaub braucht.

Auch uns hat die Stadt sehr gut gefallen. Unser Hotel lag direkt am See mit Blick auf den Vulkan, aber eben auch mit vielen Touristen.

Hier in Pucón haben wir auch die Zeit genutzt, um nach den vielen Reisewochen notwendige Dinge zu erledigen wie Wäsche zum Waschen abgeben, Friseur, Massagen, Brillen reparieren lassen, einfach alles, was das weitere Reisen für uns angenehm macht.

Wir wollen, bevor es wieder ans Meer geht, noch mal in die Berge fahren und die Ruhe und Gelassenheit der Menschen dort genießen. Leider hat der patagonische Wind unseren Camperaufbau beschädigt, also ist telefonieren angesagt. Die Autovermietung hat versprochen, morgen schon für eine Reparatur oder einen Austausch zu sorgen.

Vulkan (Volcán) Lanín

Rund 50 km nördlich von San Martín de Los Andes, an der Grenze von Argentinien zu Chile liegt der erloschene Schichtvulkan Volcán Lanín.  Die Anfahrt und die Übernachtung am Vulkan, dessen letzter Ausbruch 20 Jahre zurückliegt, ging wieder über die patagonischen Schotterpisten mit Camping auf dem Grundstück einer Mapuchefamilie.

Der Volcán Lanín gilt als schönster Berg Argentiniens.

Die Mapuchefamilie war sehr nett und Annett hat zusammen mit der Hausfrau das Abendessen zubereitet.

Das Bad morgens im See war sehr, sehr erfrischend!!

„Leider“ haben wir keinen Puma gesehen.

San Martin de los Andes

San Martin de los Andes ist eine wunderschöne Stadt mit ca. 15.000 Einwohnern, in einem Tal direkt am See Lago Lacár gelegen. Der See aus der Eiszeit ist in einem Gebirgszug der Anden auf 630 m über dem mittleren Meeresspiegel eingeschlossen und erreicht auch deshalb im Sommer nicht mehr als 20 Grad.

Hier könnten wir uns ein Leben gut vorstellen.

Es gibt sehr viele Sportmöglichkeiten wie Rafting, Kajak, Klettertouren, Radtouren auf der Straße oder in den Bergen und nach 30 min Autofahrt ist sogar Ski fahren möglich.

San Martin de Los Andes hat außerdem sehr viele und gute Sportgeschäfte, Boutiquen, Café’s und Gasstätten vorzuweisen und ist sehr sauber.