Ab in die Natur

Wir haben uns kurzfristig entschiedenden, die nächsten Tage in den Bergen zu bleiben. Überall gibt es Campingplätze, die zwar sehr einfach, dafür aber wunderschön gelegen sind – ob am See, am Fluss oder abseits in einem Tal. Verpflegung (natürlich viel Fleisch, wie in Argentinien üblich) hatten wir gleich nach dem Grenzübergang gekauft, da man hier keine Lebensmittel mit über die Grenze nehmen darf.

Vorbei an einem kleinem Dorf in den Bergen, noch auf der chilenischen Seite, welches beim Vulkanausbruch 2008 völlig zerstört wurde und von den Einwohnern wieder langsam aufgebaut wird, ging es in die Wildnis.

Beim Gaucho

Die letzte Nacht waren wir bei einem echten Gaucho. Beim Bier konnte ich nicht wiederstehen. Als er allerdings mit mir morgens ausreiten wollte und ich sah, wie wild die Pferde sind und wie klein der Sattel ist, habe ich dankend abgelehnt und er hat gelacht. Seine Ursprünglichkeit und Freundlichkeit haben uns beeindruckt. Sein Haus weniger. Morgens von Schafen und Pferden geweckt zu werden hat schon was.

San Martin des Los Andes

Bevor es wieder zurück nach Chile geht, werden wir uns die sportverrückte Stadt etwas anschauen und im tollen Montana-Hotel relaxen.

Chaitén

Chaitén ist eine kleine Hafenstadt im Süden des südamerikanischen Anden-Staates und sehr schön gelegen – auf der einen Seite der Ozean (Golf von Corcovado) und auf der anderen Seite die Anden. Die Stadt lebt hauptsächlich vom Tourismus, Fischfang und vom Durchgangsverkehr der berühmten Fernstraße Carretera Austral.

Chaitén

Chaitén wurde 2008 durch einen Vulkanausbruch fast völlig zerstört. Das Erste, was nach Abkühlen der Lava gebaut wurde, waren ein Kindergarten und eine Schule!!! Heute ist der Ort sehr modern, sogar Internet ist überall frei verfügbar. Viele kleine Geschäfte und Café’s laden zum Verweilen ein.

Wir hatten in Chaitén ein schönes Hotel mit allem Komfort.

Unser Hotel in Chaiten

Hier ein Blick aus dem Kaffee und unserem Zimmer

Mit der Fähre nach Chaitén

Mittwoch morgen ging es dann nach einem Frühstück mit „echten“ Berlinern und einem kurzen Spaziergang durch die Stadt auf die Fähre.

Die Fahrt dauerte 4,5 Stunden. Wir legten pünktlich ab. Die Eindrücke waren gigantisch. Wir hatten traumhaftes Wetter und immer die Anden im Blick, vorbei am Vulkan Corcovado in die sehr enge Bucht von Chaitén.

Im Nationalpark (Parque) Tantauco

Zwei Tage waren wir von Quellón aus im Nationalpark Tantauco unterwegs. Aus Sicherheitsgründen haben wir uns einen Tourguide genommen, da der Nationalpark einfach zu groß ist. Er ist neben dem Nationalpark Torres del Paine der einzige Park in Chile, den man auf einer mehrtägigen Trekkingtour von Refugio (Hütte) zu Refugio durchqueren kann.

Den ersten Tag haben wir den Nationalpark mit dem Auto und zu Fuß erkundet.

Am 2. Tag haben wir den Parque Tantauco mit einem kleinen Boot erkundet.

Die Delphine wollten sich einfach nicht fotografieren lassen, entweder waren sie zu schnell oder ich zu langsam. Der Seehund hat es sich an den Netzen gemütlich gemacht und auf Beute gewartet.

Es war ein traumhafter Tag inmitter sehr schöner Natur und zum Abschluss gab es beim Fischer im Wohnzimmer ein Essen. Die Muscheln waren wie immer ein Gedicht.

Ein Dankeschön an unseren Guid Allen(www.origenestour.com), der uns die Natur der Insel aus seiner Sicht gezeigt hat.

Immer noch auf Chiloé – wir genießen Quellón

Da wir bis Mittwoch auf die Fähre warten mussten, haben wir uns in Quellón, dem südlichsten Punkt unserer Reise, eine Cabana gemietet. Die Hafenstadt ist sozusagen der offizielle Endpunkt der Insel Chiloé. Quellón lebt hauptsächlich vom Tourismus, der Fischerei und der Fisch verarbeitenden Industrie. Um die Stadt herum liegen viele kleine Buchten und Strände.

Unsere Cabana mit tollem Ausblick

Wir hatten Zeit den Ort zu erkunden und am Wochenende das Schaffest zu besuchen. Hier gab es viel zu essen, meist Fleisch vom Grill, und allerlei Handwerkskunst zu bewundern.

In Quellon beginnt die Panamericana, ein System von Schnellstraßen, das Alaska mit Feuerland verbindet und in seiner längsten Nord-Süd-Verbindung etwa 25.750 km lang ist. Das wäre doch mal ein Projekt!!!

Wer da war, bekommt natürlich ein Zertifikat und von den Angestellten der Stadt viele Erklärungen zum Bau der Straße, die hier im Süden noch größten Teils eine Schotterpiste ist.

 

Unterwegs auf Chiloé

Auf dem Weg in Richtung Süden schauten wir uns die Hauptstadt Castro an. Sie ist sehr modern. Castro ist die drittälteste Stadt in Chile und bekannt für die traditionellen „Palafitos“ – am Meer gebaute Stelzenhäuser und für seine Holzkirchen, die UNESCO Weltkulturerbe sind.

Die große Holzkirche im Zentrum

Die große Holzkirche von San Francisco im Centrum

Auf dem Marktplatz war gerade ein Schaukochen mit kostenloser Verkostung der verschiedenen Muscheln, ein absoluter Gaumenschmaus.

Die Geschäfte hier in Castro sind einfach, aber ordentlich. Sogar Waffen gab es zu kaufen (mit Waffenschein). Die Einkaufsstraßen waren nachmittags wegen der Siesta natürlich leer.

Im Inneren der Insel Chiloé ist das Leben noch sehr ursprünglich. Die Bauern nehmen im Sommer ihre Häuser mit, die von Rindern gezogen werden.

Bauern nehmen ihre Häuser im Sommer mit

Auf zur Insel Chiloé

Nach den Tagen im Tal haben wir uns noch drei Tage in das Stadtleben von Puerto Varas gestürzt. Wir haben uns auch deutsche Schulen angeschaut, die sehr schön sind, an denen aber niemand mehr deutsch spricht.

Auf dem Weg zur Fähre gab es noch einen kleinen Abstecher zum Fischmarkt von Puerto Montt. Der Trubel war erdrückend, der Fisch dafür umso leckerer.

Die Seehunde, die hier Seewolf heißen, waren uns dagegen nicht so gut gesonnen oder hatten einen schlechten Tag, weil sie so viele Touristen ertragen mussten 😀 .

Danach ging es weiter auf die Fähre, die ausnahmsweise pünktlich war.

Fähre zur Insel Chiloe

Hier auf der Insel Chiloé (Langsaminsel) ist alles etwas einfacher, aber irgendwie schön. Chiloé ist etwa 190 km lang (von Nord nach Süd) und ca. 50 km breit und dadurch die größte Insel Chiles. Auf ihr leben etwa 150.000 Einwohner, die meisten davon in Castro und Ancud. Die grüne Insel Chiloé verzaubert mit wunderschönen Buchten und langen Sandstränden. Im Westen befindet sich der offene Pazifik mit seiner schäumenden Brandung und im Osten viele kleine Inseln. An klaren Tagen hat man einen fantastischen Blick auf die Vulkane am Festland, die wirken, als würden sie aus dem Meer emporsteigen.

Die nördlichste Stadt auf der Insel ist das lebhafte, zum Meer hin stark abfallende Ancud, dessen Silhouette von der beeindruckenden spanischen Festung „Fort San Antonio“ gekrönt wird. Die Stadt hat viele einfache und trotzdem schöne Gasstätten.

Je weiter wir südlich kamen, je größer waren auch die Temperaturschwankungen. Innerhalb von Stunden hatten wir teilweise einen Unterschied um die 15 Grad.

Der Campingplatz direkt am Pacifik verwöhnte uns mit einem herrlichen Ausblick auf’s Meer.

Für uns sehr ungewöhnlich waren die Hinweisschilder überall zum Verhalten bei einem Tsunami und Vulkanausbruch.

Im Tal Puelo

Schon die Anreise war ein kleines Abenteuer. Das Tal Puelo ist nur mit der Fähre zu erreichen. Hier wohnen ca. 450 Menschen, Gauchos und Mapuche. Gäbe es kein Internet, würde man sich hier glatt um 100 Jahre zurück versetzt fühlen.

Fährüberfahrt

Unsere Loge im Tal

Hier im Tal haben wir dann tolle Radrunden in die Berge unternommen. Annett hat sich in der Zeit den kleinen Ort angesehen und sich in der Lodge verwöhnen lassen.

Im Tal Puelo ist es völlig normal, dass der Nachbar mal eben mit dem Pferd daher kommt.

Mit viel Überredungskunst durfte ich auch auf sein Pferd. Mein Fahrrad wollte er aber nicht. Seine Bemerkung: Das ist doch nichts für einen Mann!

Auch auf dem Pferd eine gute Figur!

Impressionen aus dem Tal Puelo

Beim Verlassen des Tal’s reisten gerade viele Mapuche vom Fest nach Hause. Die Fähre war daher hoffnungslos überfüllt. Fotografieren wollten sich die Mapuche aber nicht lassen.

Auf nach Chile

Die Fahrt nach Chile über die Anden mit dem Ziel Puerto Varas hat uns doch wahrhaftig eine kurze Begegnung mit dem Winter beschert. Am Grenzübergang La Angostura haben wir ca. eine Stunde gebraucht, da die Grenzkontrollen mal wieder sehr streng waren. Hier oben am Berg lag eine geschlossene Schneedecke – im Sommer eine Seltenheit.

Auf halber Strecke übernachteten wir in La Villa, einem kleinen Ort am See, der nur aus Holzhäusern besteht. In Chile ist die Übernachtung absolut unkompliziert, weil viele Familien ihre Gärten zum Campen vermieten. Die Benutzung der Bäder ist inklusive.

In Puerto Varas ging es zuerst in ein Café, hier ein Muss. Die Küstenstadt liegt am Ufer des Llaanquihue-Sees, eines der größten Seen Südamerikas. Die Stadt ist für den wunderschönen Blick auf die Vulkane Osorno, Calbuco und Tronador bekannt, deren Gipfel das ganze Jahr über mit Schnee bedeckt sind.  In Bezug auf die Architektur hat die deutsche Kolonisation ihre Spuren hinterlassen. Puerto Varas ist wunderschön und könnte, wie auch schon Bariloche (Argentinien) in den Alpen liegen.

Blick aus dem Hotel
Taumhafter Blick aus unserem Hotel

Richtung Süden und am Río Negro

Die Tage am Meer waren so schön, also haben wir unseren Plan geändert und sind weiter am Meer Richtung Süden gefahren. Die Küstenstadt Bahía Blanca ist sehenswert. In Hermoso haben wir direkt am Meer gecampt. Die besten Plätze sind schwer zu finden, dafür dann aber traumhaft schön. Hier am Strand kann man sogar seine Wertsachen liegen lassen, für uns sehr ungewöhnlich und woanders undenkbar.

Am anderen Morgen ging es wieder 1.200 km durch die Pampa in Richtung San Carlos de Bariloche, einer Stadt in der Provinz Río Negro und am Rande der Anden in Patagonien. Der lange Weg war sehr eintönig, aber immer wieder schön. Wir haben sehr viele Tiere gesehen und die unterschiedlichsten Landschaften genossen.

Auf dem Weg dorthin haben wir in Villa Regina am Fluss Río Negro übernachtet. Villa Regina liegt im südwestlichen Argentinien und ist eine der wichtigsten Städte im Tal des Río Negro. Ich habe auch versucht, im Río Negro zu schwimmen, aber die Strömung war so stark, dass ich schon nach wenigen Minuten wieder 10 m zurück getrieben bin.

Die Stadt Bariloche mit ihren vielen Schoki-Läden und unsere Aussicht beim Frühstück über den See Nahuel Huapi heute morgen.

„Arbeiten“ am Atlantik

Wir sind in San Clemente angekommen, einem schönen Touristenort am Meer. Hier hatten wir zur Abwechslung ein schönes Hotel, bevor es ab morgen für einige Tage 1.000 km durch die Pampa Richtung Chile geht.

Der Weg hierher führte uns wieder durch die Pampa. Die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft in diesem rauchen Landstrich ist immer wieder toll. Auch die Einfachheit der Raststätten im Nirgendwo mit tollen Essen. Die Zubereitung des Abendessens in der Pampa durch echte Gauchos war wieder schön anzusehen, für Steakliebhaber ein Gedicht.

Unterwegs sind wir dann als einzige Camper an einem schön am See gelegen Campingplatz (man kann auch Sportplatz sagen) gelandet.

Hier gibt es eine voll beleuchtete 1.400 m Laufbahn und viele freizugängliche Sportgeräte, die von den Leuten aus dem Ort auch sehr viel genutzt werden. Ich habe mich morgens um 6:30 Uhr der Laufgruppe angeschlossen.